Oliver Blume: „Wir wollen unseren Beitrag für den Nachwuchs leisten“

Der Porsche Tennis Grand in Stuttgart gehört seit 1978 zu den bekanntesten Damenturnieren weltweit. Die Spielerinnen haben das Traditionsturnier kürzlich wieder zu ihrem Lieblingsevent gewählt, und das bereits zum zehnten Mal. Für 2020 haben bereits jetzt vier Top-10-Stars zugesagt. Oliver Blume, der Vorstandsvorsitzende der Porsche AG, ist selbst ein begeisterter Tennisspieler. Ein Gespräch über seine Leidenschaft, das Engagement des Sportwagenherstellers im Damentennis und sein Herz für den Nachwuchs.

Herr Blume, beim Porsche Tennis Grand Prix schlagen alle Jahre wieder die besten Spielerinnen der Welt auf. Was ist das Erfolgsrezept Ihres Turniers?

„Es ist das Gesamtpaket, das den Porsche Tennis Grand Prix seit vielen Jahren auszeichnet. Die Spielerinnen kommen gerne zu uns, weil sie sich bei uns wohlfühlen und sich unter idealen Bedingungen auf die French Open vorbereiten können. Sie lieben die großartige Atmosphäre in der zumeist ausverkauften Porsche-Arena und die Begeisterung der Zuschauer, die nicht nur die Topstars unterstützen, sondern auch die Spielerinnen in der Qualifikation. Das Organisationsteam arbeitet hart dafür, das Turnier in jedem Jahr noch besser zu machen, und auch die zahlreichen freiwilligen Helfer sind seit Jahren mit viel Herzblut dabei.“

 
„Was den Porsche Tennis Grand Prix so populär macht, ist der Mix aus Weltklassetennis und familiärer Atmosphäre“

Oliver Blume

Stichwort Herzblut – Sie spielen auch regelmäßig Tennis. Erzählen Sie uns Ihre persönliche Tennisgeschichte. Wann haben Sie zum ersten Mal einen Schläger in der Hand gehabt?

„Relativ spät! Ich bin ursprünglich Fußballer und habe die Tennisspieler lange Zeit nur aus der Ferne beobachtet. Mit ungefähr 15 Jahren habe ich dann selbst einen Schläger in die Hand genommen und gemerkt: Als Ballsportler kommt man auf dem Tennisplatz ziemlich schnell ganz gut zurecht. Ich habe dann viele Jahre in Mannschaften gespielt, erst im Club und später an der Uni. Auch heute spiele ich immer noch leidenschaftlich gerne Tennis.“

Sie sprechen von Leidenschaft – warum hat Sie dieser Sport so gepackt?

„Eine Clubmeisterschaft zu gewinnen oder bei einzelnen Turnieren erfolgreich zu sein, ist sicher nett. Aber für mich war das am Ende nicht ausschlaggebend dafür, beim Tennis zu bleiben. Viel wichtiger ist für mich das Mannschaftserlebnis, also gemeinsam unterwegs zu sein, sich zusammen mit Freunden sportlich zu betätigen. Das ist für mich das, was zählt.“

Sie haben einen sehr anspruchsvollen Beruf, der Ihnen vermutlich nicht viel Freiraum für Hobbys lässt. Wie häufig stehen Sie überhaupt noch auf dem Platz?

„Allzu viel Zeit habe ich in der Tat leider nicht. Auf Geschäftsreisen habe ich eher die Laufschuhe dabei, um ganz flexibel einige Runden zu drehen. Den Schläger nehme ich meistens im Urlaub in die Hand. Ich spiele dann mit meinen alten Mannschaftskollegen. Auch mit Barbara Rittner habe ich schon ein paar Bälle geschlagen.“

 
„Das Wichtigste ist für mich das Mannschaftserlebnis.“

Oliver Blume

Wir haben Barbara Rittner gefragt, und sie hält den Aufschlag für Ihre beste Waffe. An Ihrer Rückhand müssten Sie hingegen noch arbeiten. Würden Sie das so unterschreiben?

„Meine Stärken sind ganz klar der Aufschlag und die Vorhand. Die Rückhand ist etwas schwächer, und der Volley auch nicht ganz so stark. Insofern ist es immer eine schöne Sache, sich von jemandem wie Barbara Rittner das eine oder andere abzuschauen oder mal um einen freundschaftlichen Rat zu fragen.“

Zurück zum Porsche Tennis Grand Prix, der seit vielen Jahren das größte deutsche Damenturnier ist. Was macht das WTA-Event so populär?

„Der Porsche Tennis Grand Prix hat eine lange Tradition. Es gibt ihn nun schon seit über 40 Jahren, das ist sicherlich außergewöhnlich. Was das Turnier so beliebt macht, ist dieser besondere Mix aus Weltklassetennis und familiärer Atmosphäre. Natürlich tragen auch viele fantastische Spiele oder die Siege von deutschen Spielerinnen wie Angelique Kerber dazu bei, dass uns die Zuschauer die Treue halten. Sie wissen, dass sie in Stuttgart die besten Spielerinnen der Welt aus nächster Nähe erleben können. Abgerundet wird das Gesamtpaket aus guter Organisation, Topspielerinnen und begeisternden Matches von einem attraktiven Rahmenprogramm, das den Porsche Tennis Grand Prix zu einem Event für die ganze Familie macht.“

Sie erwähnten die tollen Siege und die Begeisterung der Zuschauer für Angie Kerber. Wie wichtig sind die Erfolge der DTB-Spielerinnen für das deutsche Tennis aus Ihrer Sicht?

„Die Erfolge von Angie Kerber in den vergangenen Jahren sind sensationell. Sie ist ja neben Julia Görges und Maria Sharapova auch Botschafterin für Porsche. Solche Siege sind unglaublich emotional und wichtig für eine Sportart im Land. Das Interesse in den Medien wird größer, die Sportart wird beliebter, Vereine bekommen mehr Zulauf und es werden Vorbilder geprägt. Ganz wichtig ist jedoch, dass die Sportler sich als Personen nicht verändern. Da sind wir mit unseren Markenbotschafterinnen im Tennis sehr glücklich. Deren positive Eigenschaften wie Leidenschaft, Erfolg, Dynamik und Emotionalität passen ganz hervorragend zu Porsche.“

 
„Die positiven Eigenschaften unserer Markenbotschafterinnen wie Leidenschaft, Erfolg, Dynamik und Emotionalität passen ganz hervorragend zu Porsche“

Oliver Blume

Porsche ist seit einigen Jahren auch Partner der WTA und Namensgeber des „Porsche Race to Shenzhen“, der Qualifikationsrangliste für die WTA Finals. Was sind die Hintergründe dieses Engagements?

„Durch den Porsche Tennis Grand Prix sind wir bereits seit vielen Jahren mit der WTA verbunden. Mit dem Ausbau der sehr guten Partnerschaft vor allem durch das Titelsponsoring des ‚Porsche Race to Shenzhen‘ sind wir bei allen Turnieren weltweit sichtbar und unterstreichen damit unseren internationalen Anspruch. Zudem sind wir weiterhin auch Partner der WTA Finals in Shenzhen mit den acht besten Einzelspielerinnen und Doppelpaarungen. Dieses prestigeträchtige Saisonfinale wird die nächsten Jahre in China ausgetragen, einem unserer wichtigsten Vertriebsmärkte.“

Auch beim Deutschen Tennis Bund ist Ihr Unternehmen als großer Partner und Förderer aktiv, vor allem im Nachwuchsbereich. Wie wichtig ist dieses Thema für Sie?

„Der Nachwuchs ist die Zukunft, und insofern bemühen wir uns, auch dort unseren Beitrag zu leisten. Wir finden es grundsätzlich gut und wichtig, wenn junge Menschen an den Sport herangeführt werden. Die Entwicklung der vergangenen Jahre, vor allem mit den Ergebnissen von Angie Kerber, Julia Görges oder Anna-Lena Grönefeld im Doppel, macht uns stolz. Beim Deutschen Tennis Bund wird im Damenbereich unter der Führung von Barbara Rittner sehr professionelle Arbeit geleistet.“

 
„Sport vermittelt unserem Nachwuchs die Bedeutung von Fairness.“

Oliver Blume

Was glauben Sie, können Kinder und Jugendliche durch Sport – und insbesondere durch Tennis – für das Leben lernen?

„Durch Vorbilder wie Angelique Kerber lernen junge Menschen, was es heißt, immer ihr Bestes zu geben und an sich zu glauben. Aber da steckt noch viel mehr dahinter: Sport vermittelt unserem Nachwuchs die Bedeutung von Fairness und wie man anständig miteinander umgeht.“

Wer waren Ihre Vorbilder im Tennis?

„Boris Beckers Wille, Partien zu drehen, die eigentlich schon verloren waren, und seine Nervenstärke in engen Situationen haben mich beeindruckt. Aber auch so elegante Spieler wie Stefan Edberg haben mir gut gefallen. Auch an die extravaganten Spieler wie Yannick Noah und Pat Cash erinnere ich mich sehr gerne. Aktuell begeistert mich besonders Rafael Nadal mit seinem Kampfgeist und seiner Athletik und Dynamik. Solche Typen machen die Popularität einer Sportart aus. Am Tennis mag ich, dass kein Spieler wie der andere ist. Jeder hat eine bestimmte „Handschrift“ und daraus haben sich dann die Legenden herausgebildet, die eine Sportart wie Tennis tragen.“

Interview-Highlights als Video

„Habe viele Jahre in Clubmannschaften gespielt“

„Das Gesamtpaket macht das Turnier aus“

„Ich mag Rafael Nadals Kampfgeist“

„Typen machen die Popularität einer Sportart aus“