„Ich mag es, die Anstrengung zu spüren“

Moderatorin Laura Papendick ist bei Sport1 vor allem für Sendungen rund um das Thema Fußball wie „Doppelpass“ und „Bundesliga Aktuell“ zuständig. Privat schlägt das Herz der Rheinländerin aber ganz besonders für den Tennissport – wir haben mit ihr darüber gesprochen.

Erzählen Sie uns Ihre persönliche Tennisgeschichte. Wie sind Sie zu diesem Sport gekommen und wie hat er Sie über die Jahre begleitet?

Sport hat in meinem Leben schon immer eine große Rolle gespielt und ich war selbst Leistungssportlerin. Tennis habe ich mit 14 Jahren als Ausgleichssport neben dem Schwimmen angefangen und bin dem Sport dann – mit kleinen Unterbrechungen – treu geblieben. Für mich ist es einfach eine super Abwechslung zum Arbeitsalltag, bei der ich so richtig den Kopf freibekomme. Ich mag es, die Anstrengung zu spüren und an meine Grenzen zu gehen – das gehört beim Sport für mich dazu und das kann man beim Tennis natürlich sehr gut machen.

Was begeistert Sie besonders am Tennissport?

Für mich ist die mentale Komponente beim Tennis die größte Herausforderung. Es gab da eine Situation, die mich bis heute verfolgt: Bei einem Match habe ich mit 5:2 im ersten Satz geführt und diesen tatsächlich noch mit 5:7 abgegeben. Im zweiten Durchgang war dann überhaupt nicht mehr an ordentliches Tennis zu denken – Wut und Enttäuschung machten das Spielen unmöglich. Und das ist eben bei den Tennisstars ganz anders. Es ist erstaunlich, wie sich diese Spieler dann zurückkämpfen und alles Negative häufig komplett ausschalten. Diese Fähigkeit finde ich total beeindruckend. Gerade dieser Aspekt macht Tennis für mich so spannend.

 
„Ich mag es, die Anstrengung zu spüren“

Laura Papendick

Welche Rolle spielt Tennis in Ihrem Alltag?

Leider komme ich viel zu selten zum Tennisspielen. Früher war ich Teil einer Mannschaft, durch den Beruf kommt das allerdings viel zu kurz und ist so leider nicht mehr möglich. Gerade am Wochenende, wenn die Mannschaftsspiele sind, bin ich meistens beschäftigt und arbeite. Ich würde liebend gerne öfter auf dem Platz stehen! Meistens spiele ich mit meinen Arbeitskollegen oder mit meinem Freund. Das Gute am Tennis ist eben, dass man für ein Spiel nur eine andere Person braucht. Man findet immer jemanden, der Lust auf eine Runde Tennis hat.

In Ihrem Beruf als Sportjournalistin sind Sie viel unterwegs. Verreisen Sie auch mal mit Schläger im Gepäck?

Entweder ich nehme den Tennisschläger mit, oder ich buche gleich ein Hotel, in dem ich das Equipment leihen kann. Ich achte schon darauf, dass ein Tennisplatz vorhanden ist. Es ist einfach schön, wenn man Tennis im Urlaub ganz in Ruhe genießen kann. Dauert das Spiel dann drei Stunden – dann dauert es eben drei Stunden.

Auch in Ihrem Berufsleben haben Sie mit Tennis zu tun. Die Sendung zum Wimbledon-Turnier „London Calling“ hat Ihnen den Durchbruch als Moderatorin verschafft. Wie kamen Sie dazu?

Ich habe schon vorher bei Sky gearbeitet und war als Filmemacherin in der Bundesliga-Redaktion tätig. Der Sender ist dann auf mich zugekommen und hat mich gefragt, ob ich denn Lust hätte, etwas mit Tennis zu machen. Das war dann der erste Job für mich, der vor der Kamera stattfand – ein Traum wurde war. Und Wimbledon ist eben das Nonplusultra. Das merkt man schon, wenn man die Anlage betritt. Es ist einfach speziell und anders.

Welche Erinnerungen haben Sie an die Zusammenarbeit mit Ihren prominenten Kollegen Patrik Kühnen und Ulli Potofski?

Es gibt so viele nette Geschichten! Wir haben dort sehr viel erlebt und das Besondere an der Sendung war ja auch, dass wir eigentlich freie Hand hatten. Von Patrik kann man sehr viel lernen – und dazu gibt es auch eine Anekdote: Auf der Anlage konnte man die eigene Aufschlaggeschwindigkeit messen. Das Duell Patrik gegen Laura war natürlich äußerst fair (lacht). Ich habe zwar kläglich versagt, aber Patrik hat mir immer wieder Tipps gegeben, wie ich es besser machen könnte. Das hat viel Spaß gemacht. Es war ein tolles Miteinander mit dem ganzen Team.

Welchem Tenniskommentator hören Sie eigentlich am liebsten zu?

Ich mag es, wenn ein Tenniskommentator nicht nur über Tennis spricht, sondern auch mal die eine oder andere Randgeschichte parat hat. Matthias Stach ist einer, dem ich sehr gerne zuhöre. Man spürt, dass er nah am Geschehen dran ist, er kennt so viele Geschichten. Als Zuschauer erfährt man immer wieder etwas Neues und das gefällt mir sehr gut.

 
„Von Patrik Kühnen kann man viel lernen“

Laura Papendick

Welche Tennis-Schlagzeile würden Sie gerne einmal verkünden?

Dass Angelique Kerber und Alexander Zverev im gleichen Jahr Wimbledon gewinnen! So ein Doppelerfolg würde dem deutschen Tennis sehr guttun. Gerade bei Zverev wünscht man sich, dass er bei den Grand Slams den Durchbruch schafft. Das würde dann an die Graf- und Becker-Zeit anknüpfen!

Welchen Tennis-Star würden Sie am liebsten einmal interviewen?

Ich wollte schon immer Rafael Nadal interviewen – und hatte diese Möglichkeit auch schon in Wimbledon: Es war zwar nur zwischen Tür und Angel, da er gerade vom Trainingsplatz kam. Wir standen gerade dort mit der Kamera und ich dachte mir einfach: Jetzt oder nie! Er hat dann zwei, drei Fragen beantwortet und ich hatte den ersten Haken auf meiner Interview-Wunschliste. Und dann ist da natürlich noch Roger Federer. Er wirkt so normal und freundlich – ihn würde ich gerne kennenlernen und ein Interview mit ihm machen.

Sie dürfen Ihrem Wunschkandidaten Federer exklusiv im Interview drei Fragen stellen – sportliche oder private. Welche wären das?

Das ist eine gute Frage! Privat würde mich interessieren, wie er das mit der Tour und seinen vier Kindern unter einen Hut bringt. Das wirkt alles entspannt, obwohl er immer mit einer Großfamilie reist. Sportlich begeistert mich so viel bei Federer, sich dort auf nur ein, zwei Fragen zu beschränken, ist äußerst schwierig. Da kann ich mich beim besten Willen nicht festlegen.

Beenden Sie zum Abschluss doch bitte folgenden Satz: „Tennis ist mein Sport, weil…“

…es der beste Ausgleich für mich ist. Wenn ich auf dem Tennisplatz stehe, dann vergesse ich alles um mich herum. Stress und Probleme sind für ein paar Augenblicke weg. Einfach spielen und genießen – das ist mein idealer Sport!

Interview-Highlights als Video

Interview - Teil1

Interview - Teil2

Interview - Teil3

Interview - Teil4