Diego Demme: „Bemerkenswert, wie sich Tennisspieler fokussieren können“

Er war Kapitän bei RB Leipzig und eines der Gesichter des Bundesliga-Spitzenreiters, in der Winterpause wechselte er überraschend zum italienischen Erstligisten SSC Neapel. Noch im alten Dress trafen wir den 28-Jährigen zum Gespräch über seine Tennisleidenschaft und wie ihm der Umgang mit der kleinen Filzkugel in seinem Job auf dem Rasen weiterhilft.

Welchen Stellenwert hat der Tennissport für Sie und wie oft kommen Sie überhaupt zum Spielen?

Ich interessiere mich allgemein für Sport und Tennis ist für mich ein guter Ausgleich, auch wenn ich nicht regelmäßig spiele. Wenn es die Zeit erlaubt – meistens in der Sommerpause im Urlaub – schlage ich gerne auch mal ein paar Bälle. Zuletzt habe ich Paddle Tennis im Urlaub gespielt, das war super lustig. Allgemein ist Tennis eine schöne Abwechslung und bringt vor allem Spaß. Auch im TV versuche ich zumindest bei den Grand Slams immer mal reinzuschauen.

Gehen wir zu den Anfängen zurück. Wie kamen Sie zum Tennis?

Ich habe Tennis anfangs ausschließlich im Fernsehen verfolgt. Später habe ich verschiedene Sportarten ausprobiert, fand Tennis auch spannend, aber habe mich dann voll und ganz dem Fußball hingegeben. Ich glaube, das war auch die bessere Entscheidung (schmunzelt).

Viele andere Fußballprofis sind passable Tennisspieler. Wie schätzen Sie ihr eigenes Können ein?

Na ja, ich selbst würde sagen, für einen Laien ganz ordentlich. Ich glaube, das Ballgefühl bringe ich aus dem Fußball schonmal mit, aber an der Technik kann man gewiss noch feilen.

 
„Ich spiele gerne longline. Ich bin eben auch im Leben geradlinig unterwegs!“

Diego Demme

Haben Sie schon einmal mit ein paar anderen Fußball-Kollegen gespielt?

Eigentlich nur Fußball-Tennis, wenn ich ehrlich bin.

Bleiben wir bei Ihrem Können: Welcher Schlag ist Ihr liebster und woran müssen Sie noch arbeiten?

Meine Vorhand ist ganz passabel, gerne spiele ich die longline – bin halt im Fußball auch eher geradlinig unterwegs (lacht). Über die Rückhand sprechen wir jetzt nicht, ok?

 
„Ich finde es bemerkenswert, wie sich Tennisspieler fokussieren können.“

Diego Demme

Was schätzen Sie am Tennis und wie hilft Ihnen der Tennissport in ihrem täglichen Beruf als Fußballer?

Ich finde es bemerkenswert, wie sich Tennisspieler fokussieren können. Sich über teilweise 2 oder 3 Stunden Spielzeit immer am oberen Level der Konzentrationsfähigkeit zu bewegen, ist beeindruckend. Zudem lastet der gesamte Druck immer auf dir selbst, sofern man kein Doppel spielt. Damit umzugehen, ist gewiss nicht einfach. Im Fußball kann dich die Mannschaft auch schon mal auffangen, wenn du keinen guten Tag erwischt hast – dann ist es trotzdem noch möglich, das Spiel zu gewinnen. Im Tennis geht das nicht, da musst du komplett da sein, ansonsten hast du keine Chance. Also gerade in den Bereichen der Fokussierung und das Umgehen mit Drucksituationen kann man sich sicherlich etwas abschauen.

Beenden Sie zum Abschluss doch bitte folgenden Satz: „Tennis ist ein toller Sport, weil…“

…er super viel Spaß macht und dich mental wie auch körperlich extrem fordert.