Alexander Otto: „Tennis gibt mir auch nach so langer Zeit noch eine ganze Menge!“

Unternehmer und Mäzen Alexander Otto spricht über seine Leidenschaft zum Tennis, seine Vorteile bei den Herren 60 und sein Herzensprojekt, die Modernisierung des Hamburger Rothenbaums.

Herr Otto, wie sind Sie zum Tennis gekommen?

Ich habe schon in der Jugend mit dem Tennis angefangen und bin dem Sport immer treu geblieben. Ich spiele auch seit vielen, vielen Jahren in der Mannschaft und bin mittlerweile in der Herren 50 aktiv dabei. Der Sport gibt mir auch nach so langer Zeit noch eine ganze Menge und ich finde es toll, wenn man sich dabei so richtig auspowern kann.

Was sind denn Ihre Stärken und Schwächen auf dem Tennisplatz?

Leider verfüge ich über keine sichere Top-Spin-Rückhand. Das ist auf jeden Fall ein Problem, da man mit dem Slice nicht so weit kommt (lacht). Ein Vorteil ist auf jeden Fall, dass ich noch sehr ausdauernd bin und mich gut auf dem Platz bewege – das ist vor allem in meiner Altersklasse ein großer Bonus. Ich bin auf jeden Fall zuversichtlich, dass ich auch in den kommenden Jahren noch erfolgreich spielen kann. Mit zunehmendem Alter wird die Ausdauer immer wichtiger und da habe ich für die kommenden Herren 60 doch noch etwas im Tank.

Was ist Ihr schönster Tennismoment – egal ob auf oder neben dem Platz?

In meinem Leben gab es bislang so viele schöne Tennismomente. Ein ganz besonderer war im vergangenen Jahr, als ich das Finale der US Open 2019 zwischen Rafael Nadal und Daniil Medvedev live vor Ort sehen durfte. So ein Fünf-Satz-Match zu verfolgen und zu erleben, ist schon etwas ganz Besonderes. Vor allem ist die Zuschauerkulisse in den USA noch einmal eine ganz andere und es ist viel lauter – das ist sehr beeindruckend.

 
„Die Spieler und die ATP sollen sich bei uns wohl fühlen und Lust haben, wieder nach Hamburg zu kommen. “

Alexander Otto

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: „Tennis ist für mich die beste Sportart, weil…“

Weil Tennis dazu führt, dass ich an meine physischen und psychischen Grenzen stoße und manchmal auch darüber hinausgehe. Ich fordere mich dabei selbst heraus und daraus ziehe ich eine gewisse mentale Stabilität.

Auch neben dem Platz engagieren Sie sich sehr für den Tennissport. Unter anderem sind Sie maßgeblich mitverantwortlich dafür, dass das Stadion am Hamburger Rothenbaum im neuen Glanz erstrahlt. Wie gefällt Ihnen ganz persönlich das Ergebnis der umfangreichen Modernisierungsarbeiten?

Es ist ganz fantastisch geworden. Ich habe die Entwicklung in den vergangenen zwei Jahren sehr intensiv mitverfolgt und freue mich nun sehr darüber, was wir im Rekordtempo geschafft haben.

Was genau sind denn die wichtigsten Neuerungen?

Es beginnt mit dem völlig neuen Eingangsbereich, das war uns außerordentlich wichtig. Wir haben dort die Bodenbeläge ausgewechselt, neue Grünanlagen geschaffen, so dass die Besucher auch außerhalb der Spiele eine tolle Atmosphäre erleben. Das Stadion wurde in vier unterschiedliche Leitfarben eingeteilt. Das verleiht dem Ganzen nicht nur eine Modernität, sondern dient auch der besseren Orientierung im Stadion. Zudem wurden auch die Innenbereiche des Stadions modernisiert. Dazu zählen die Spielerbereiche, die Umkleidekabinen und die Büros für die Offiziellen. Die Spieler und die ATP sollen sich bei uns wohl fühlen und Lust haben, wieder nach Hamburg zu kommen.

Mir persönlich war aber auch sehr wichtig, dass die Spieler vom Club an der Alster das ganze Jahr über eine wirklich schöne Anlage haben. Im Durchgangsbereich, im sogenannten „Walk of Champions“ ist ein ganz neuer Look entstanden ist. Früher gab es dort historische Bilder ehemaliger Sieger zu sehen, es war ein Ort mit Tradition für den deutschen Tennissport. Dieser Bereich war aber in die Jahre gekommen. Nun erstrahlt er in einem völlig neuen Design und neuer Beleuchtung, ohne die Historie des Turniers zu vernachlässigen. Viele historische Tafeln sind mit QR-Codes versehen. Dort wird man mit seinem Handy auf eine Internetseite gelenkt (www.amrothenbaum.hamburg, Anm. der Redaktion) und kann mehr über den einen oder anderen Spieler oder über das Turnier erfahren. Das ist aus meiner Sicht eine sehr gelungene Verbindung zwischen Tradition und Moderne.

 
„Kommt, lass uns dann richtig was daraus machen“

Alexander Otto

Lassen Sie uns nochmal einen Blick zurückwerfen. Wie sind Sie mit Ihrer Alexander Otto Sportstiftung auf den Rothenbaum aufmerksam geworden?

Damals hatte mich der Innen- und Sportsenator Andy Grote angesprochen, ob ich bei der Dachsanierung mithelfen könnte. Das war damals elementar. Das Dach konnte nicht mehr geöffnet und geschlossen werden und damit konnte auch kein Turnier in Hamburg mehr ausgerichtet werden. Die Sanierung des Daches war also absolut wichtig, um den Auflagen und den Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. So ging es los. Ich habe mich dann dazu entschlossen zu sagen: „Kommt, lass uns dann richtig was daraus machen“. Damals war die Zukunft des Stadions generell umstritten, ob es an diesem Standort erhalten werden sollte oder vielleicht abgerissen wird. Aber die Grundstruktur war ja solide und gut und deswegen haben wir uns dann aufgemacht und völlig neu darüber nachgedacht, alle Bereiche des Stadions vollumfänglich zu sanieren. Und jetzt kann man sehen was passiert ist. Und es sieht aus, finde ich zumindest, wie ein völlig neues Stadion.

Ein fester Bestandteil Ihrer Stiftung ist die Aktion „Tennis for free“. Erzählen Sie uns doch bitte, was hinter dieser Initiative steckt!

Schwerpunkt meiner Förderung ist der Breitensport in Hamburg. Da ist der Tennissport ganz wichtig, weil er mir ganz besonders am Herzen liegt. Wir haben die Initiative gemeinsam mit Michael Stich ins Leben gerufen, um junge am Tennissport interessierte Kinder an Vereine zu vermitteln. Es nehmen über 80 Vereine in Hamburg daran teil. Das heißt, diese Vereine sind bereit, Kindern aus finanziell schwächeren Familien eine kostenlose Mitgliedschaft zu ermöglichen. Wir haben über die Jahre 600 Kinder an Vereine vermitteln können. Diese Kinder bekommen dann eine Ausrüstung gestellt und eine einjährige kostenlose Mitgliedschaft. Und das Tolle ist, dass 75 Prozent dieser Kinder beim Tennissport geblieben und in diese Vereine eingetreten sind. Das ist ein ganz tolles Ergebnis und deshalb wollen wir da dranbleiben. Ich glaube, dass der Tennissport auch eine ganz tolle Zukunft haben wird und es auch ein Revival geben wird. Wenn man dann auch noch so ein Turnier vor Ort hat mit einer so tollen Anlage wie dem Rothenbaum, dann ist das natürlich inspirierend für jüngere Sportler, einen Tennisschläger in die Hand zu nehmen.

Eine tolle Initiative in Bezug auf Tennis. Aber die Alexander Otto Sportstiftung ist ja noch mehr. Nehmen Sie uns doch mal hinter die Kulissen!

Wir sind seit über zehn Jahren aktiv in Hamburg. Ausgangspunkt war die Errichtung einer Eis- und Ballsporthalle direkt im Volkspark. Das ist ein sehr beliebter Treffpunkt für den Eissport. Die Eiszeiten sind komplett belegt und auch der Hamburger Handballverein trainiert dort. In dieser Hinsicht eine gute Zusammenführung zwischen Breiten- und Spitzensport. Wir engagieren uns zudem für Vereine, insbesondere für behinderte Sportler. Einmal im Jahr verleihen wir den Werner Otto-Preis – benannt nach meinem Vater –, der behinderte Menschen immer gefördert hat. Dazu gibt es vieles, vieles mehr. Von ein paar größeren Projekten wie der Renovierung des Haus des Sportes in Hamburg bis hin zu vielen kleinen Initiativen, dir mir persönlich immer besonders viel Spaß machen.

Interview-Highlights als Video

Video-Interview Teil 1

Video-Interview Teil 2

Video-Interview Teil 3

Video-Interview Teil 4